Freskenzyklus

Foto: Abruzzoturismo.it
Beitrag von Ursula von den Driesch

Heute geht es um Bominaco, die sixtinische Kapelle der Abruzzen. Ja, Sie haben richtig gehört, sixtinische Kappelle, nein, nicht die bekannte in Rom. Der Name bezieht sich auf die komplette Ausmalung dieses unbekannten, versteckten Juwels in den Abruzzen!

Wir sind in der Nähe von L‘Aquila, an den Hängen einer Hochebene, die bekannt für den Safrananbau ist, auf circa 1000 m Höhe.

Heute öffne ich die Kirche von San Pellegrino. Der kleine gedrungene Bau ist typisch für das 13. Jahrhundert. Die Konstruktion aus Naturstein wirkt von außen archaisch, ein Portikus gebildet von römischen Säulen wird von einer kleinen Mauer umgeben.  

Sie sehen einen Kirchenraum mit Tonnengewölbe, von oben bis unten mit Fresken, vielfach gelb-orange, ausgeschmückt. Wir staunen vor einem der schönsten und besterhaltenden Freskenzyklen in den Abruzzen aus dem 13. Jahrhundert. Er umfasst circa 470 m². Szenen aus dem Leben Mariens und Jesu werden dargestellt, man folgt dem Prinzip, Bibel der Armen, das heißt, die Szenen werden möglichst anschaulich dargestellt, um die Inhalte der Bibel allen, auch den Leseunkundigen, näherzubringen.

Aber jetzt kommt das besondere im Besonderen:

Der Klosterkalender! Wir finden eines der ganz seltenen, erhaltenen Exemplare eines Klosterkalenders in Italien. Die Benediktiner der Abtei, zu der das Kirchlein San Pellegrino gehörte, stellten ihre Arbeiten in einem Freskenzyklzus dar; ora et labora. Eine kleine Figur symbolisiert die für den Monat typische bäuerliche Arbeit im Jahresrhythmus.

Einige Beispiele:

Januar: Ein frierender Mann wärmt sich an einem kleinen Feuer

März: Ein Kranker oder Leidender weist auf die Gefahren von Erkältungen und Krankheiten hin (vielleicht kommt uns das vertraut vor…)

Juni: Obsternte an einem Baum

Zum Ausgang an der linken Seite begrüßt und beschützt uns ein riesiger Christopherus, der Schutzpatron aller, die auf dem Weg sind…

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gute Reise.

Neugierig geworden? Es gibt noch viel zu entdecken und zu erzählen, am besten unter fachkundiger Führung.  

Ursula von den Driesch

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